Praxis für Klassische Homöopathie
 
 
 
 
Psyche, Emotionen, Körper

Aus der Rundschau (Regensburg) vom 25.10.2000 von Maria Winkler

Oliver Müller wollte wissen, ob das, was er in seiner Ausbildung als Heilpraktiker über Homöopathie gelernt hat, stimmt. Deshalb hat er im Anschluss bei einem Homöopathen in Stuttgart assistiert und war begeistert: "Mensch, der macht ja mit Zuckerkügelchen Menschen gesund", hat er sich gedacht.

Der ausgebildete Heilpraktiker fand das Prinzip der Klassischen Homöopathie von Anfang an einfach logisch und schlüssig. Homöopathie setze beim Menschen in seiner Gesamtheit an, erklären Beatrix Szabó und Oliver Müller. Psyche, Emotionen und Körper." Während die Schulmedizin bei einer akuten Erkrankung die Symptome behandele, gehe es in der Homöopathie darum, die Bereitschaft des Körpers zu senken, so heftig zu erkranken.

Die Patienten, die zu Beatrix Szabó und Oliver Müller in die Praxis kommen, sind meistens von der Schulmedizin enttäuscht. " Da kann man nichts mehr machen", hätten die meisten von Ärzten gehört. Die jungen Homöopathen erheben dabei gar nicht den Anspruch, besser als die Schulmedizin zu sein, "aber anders". Der erste Schritt einer Behandlung ist immer ein langes Gespräch zur Fallaufnahme, unter Fachleuten Anamnese. " Ursprünglich kommt ein Patient etwa, weil er Heuschnupfen hat", sagt Müller. Ihre Aufgabe sei es dann herauszufinden, unter was der Patient sonst noch leidet. Aus dem Gespräch ergebe sich dann vielleicht, dass er hin und wieder Angstzustände hat, die manchmal mit Sodbrennen verbunden sind. Außerdem leide der Patient hin und wieder an Herpes.

Nur wenn wir die ganze Komplexität erkennen, können wir das richtige Medikament verschreiben", erklärt Müller. " Da es in der Homöopathie immer um echte Heilung geht, ist eine Behandlung nur dann erfolgreich, wenn die Allergie zurückgeht, die Ängste nachlassen und das Sodbrennen verschwindet." Sollte nur der Heuschnupfen besser werden, die Ängste aber bleiben, ist die Behandlung falsch gelaufen. Das Prinzip der Homöopathie beruht auf dem Grundsatz "Ähnliches mit Ähnlichem" heilen. Es werden daher eben die Substanzen zur Bekämpfung einer Krankheit eingesetzt, die bei gesunden Menschen genau die Symptome der Krankheit hervorrufen. "Die Wirkstoffe werden stark verdünnt und verschüttelt, oder besser gesagt verschlagen", erklärt er. Das Verschütteln bewirkt, dass trotz der starken Verdünnung die positiven Wirkungen erhalten bleiben. "Der Körper nimmt keine Materie auf, sondern die Information des Wirkstoffs. Aber nur, wenn der Körper eine ähnliche Information in sich trägt"; erklärt der Fachmann. Wie homöopathische Medikamente wirken, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Aber das stört die beiden nicht: Wir wissen aus Erfahrung, dass richtig angewandte Homöopathie wirkt." Und das ist schließlich ausschlaggebend.

Vor vier Jahren kam eine Bekannte auf Oliver Müller zu, die Kleidung und Medikamente für Kinder nach Mostar in Bosnien gebracht hatte. Sie erzählte ihm, dass die Schulmedizin mit der Behandlung der traumatisierten Kriegsopfer völlig überfordert sei. Auf Initiative Müllers eröffnete der Berufsverband Homöopathieforum eine Praxis in der vom Krieg heimgesuchten Stadt. "Jede Woche ist ein Homöopath aus Deutschland nach Bosnien geflogen, um dort zu behandeln und zu unterrichten", erklärt Müller. "Ich habe dort neuen Respekt vor der Homöppathie gewonnen. Wir haben Krankheiten erfolgreich behandelt, die es in Deutschland gar nicht mehr gibt." Ein Patient von Müller etwa sei monatelang völlig geistesabwesend und traumatisiert gewesen. "Wir konnten ihn soweit behandeln, dass er jetzt wieder ein normales Leben führen kann." Beatrix Szabó und Oliver Müller haben Ihre Gemeinschaftspraxis für Homöopathie in der Regensburger Fußgängerzone vor drei Jahren eröffnet. Beide hatten davor mehrere Jahre eine eigene Praxis: er in Pfarrkirchen, sie in Lüneburg. Nach Regensburg hat sie die Liebe geführt. Nachdem sich die beiden aus einem Fortbildungsseminar kennengelernt haben, zogen beide an die Donau. Einfach war der Neuanfang beileibe nicht. "Wir haben uns wieder wie vor zehn Jahren gefühlt. Eine neue Stadt heißt eine neue Bank, und da erlebt man dann wieder die bekannte Bankenbanalität: Ohne Sicherheit kein Geld, ohne Geld keine Sicherheiten!" Durch zahlreiche Vorträge im Frauengesundheitszentrum oder in Bildungswerken etwa haben sie sich einen Namen gemacht. Nach einem Jahr lief die Praxis und sie gründeten das Regensburger Institut für Klassische Homöopathie. "Wir haben beide vorher schon jahrelang unterrichtet", erklärt Szabó. Die meisten ihrer Schüler sind Heilpraktiker, Apotheker oder Hebammen. Aber auch Mütter sind dabei, die lernen wollen, wie sie ihrem Kind helfen können. Seit September haben die beiden ein zweites Institut in Bad Reichenhall eröffnet. "Wir expandieren", sagt Müller schmunzelnd. "Als nächstes brauchen wir größere Räume für ein zweites Behandlungszimmer und Seminarräume." Ein großes Projekt hat Beatrix Szabó sich für die nahe Zukunft vorgenommen: "Ich möchte ein Buch über Homöopathie schreiben." Die junge Homöopathin will ihre Erfahrungen mit ihrer Heilmethode auch auf anderen Ebenen mitteilen: "Ich kann mir vorstellen, Seminare in Unternehmen zu veranstalten. Interessant fände ich Workshops, bei denen Fachleute aus verschiedenen Disziplinen übergreifende Themen wie Angstzustände diskutieren."

 

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